Kurz: Nutzt du Termly, gehört Termly selbst in deine Datenschutzerklärung, mit der Termly Inc. in den USA als Anbieterin. Und der Text, den Termly erzeugt, ist auf US- und EU-Recht gebaut; was das revDSG verlangt, musst du prüfen und ergänzen.

Termly erzeugt Rechtstexte und blendet ein Einwilligungs-Banner ein. Auf einer Schweizer Seite bringt es damit zwei Fragen mit, die selten zusammen gestellt werden.

In meiner Erhebung über 206 Schweizer KMU-Websites (August 2026) lief Termly auf 19 Seiten, also 9%. Das ist bemerkenswert viel für ein Werkzeug, das die Schweiz nicht kennt.

Ein Rechtstext nach Schweizer Recht statt nach US-Vorlage.
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Problem eins: der Text passt auf ein anderes Recht

Termly ist ein amerikanisches Werkzeug. Seine Vorlagen sind auf die DSGVO und auf US-Gesetze wie den CCPA gebaut, das Datenschutzgesetz Kaliforniens. Das revDSG kommt darin nicht vor, und das merkt man an den Stellen, die in der Schweiz zählen:

  • Die Auslandbekanntgabe nach Art. 19 Abs. 4 revDSG fehlt oder steht als DSGVO-Übermittlung da, mit anderen Grundlagen.
  • Die Rechte der betroffenen Person werden nach DSGVO aufgezählt, mit Verweisen auf Artikel, die für eine Schweizer Firma nicht gelten.
  • Der Verantwortliche wird im DSGVO-Sinn beschrieben, ohne Bezug auf das Schweizer DSG, das ihn als „Verantwortlichen“ kennt (Art. 5 lit. j revDSG).

In meiner Erhebung wiesen 11% der gefundenen Erklärungen einen DSGVO-Text ohne jeden Bezug zum Schweizer Recht auf. Ein erzeugter Termly-Text ist einer der Wege, wie das entsteht; ein kopierter Text aus einer fremden Seite ist der andere, siehe Datenschutzerklärung kopieren: darf man das?.

Das ist nicht automatisch falsch, es ist unpassend: Eine Erklärung, die das eigene Recht nicht nennt, kann inhaltlich stimmen und trotzdem nicht zeigen, dass sie für diesen Betrieb gilt.

Problem zwei: Termly ist selbst ein Empfänger

Das Banner lädt von Termly und speichert die Zustimmung deiner Besucher. Damit ist Termly ein Dienst, der in deine Erklärung gehört, mit Auslandbekanntgabe. Ein Werkzeug, das die Erklärung schreibt und sich selbst darin nicht erwähnt, ist der elegantere Fehler, und er kommt oft vor.

Anbieterin ist die Termly Inc. in Dover, Delaware, USA. Sie ist im Swiss-U.S. Data Privacy Framework eingetragen.

Was das revDSG zur Auslandbekanntgabe verlangt

Gehen Personendaten ins Ausland, musst du nach Art. 19 Abs. 4 revDSG den Staat nennen; Garantien wie Standardvertragsklauseln gehören nur dann dazu, wenn der Staat keinen angemessenen Schutz bietet. Die USA gelten seit dem 15. September 2024 als angemessen, aber nur für Unternehmen, die im Swiss-U.S. Data Privacy Framework eingetragen sind (Art. 16 Abs. 1 revDSG, Anhang 1 DSV). Die Grundlage trotzdem dazuzuschreiben ist keine Pflicht, aber gute Praxis, weil es Vertrauen schafft.

Was ich empfehle

Nicht wegwerfen, auslesen. Der Text ist als Quelle wertvoll: dort stehen die Dienste, die auf deiner Seite niemand von aussen sieht. Als Grundlage taugt er selten, weil Aufbau und Rechtsverweise aus US- und EU-Vorlagen stammen und beim Nachbessern stehen bleiben. Was auf deiner Seite tatsächlich läuft, steht in einem Scan. Woran du eine überholte Erklärung sonst noch erkennst, steht in Datenschutzerklärung aktualisieren.

Und dann die eine Frage stellen, die alles andere entscheidet: Stimmt die Liste der Dienste? Ein Rechtstext-Generator kennt deine Seite nicht. Er kennt die Antworten, die du in sein Formular getippt hast.

Ein Rechtstext nach Schweizer Recht statt nach US-Vorlage.
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Oder zuerst ansehen, wie du die Datenschutzerklärung für deine Website erstellst.