Das Meta Pixel (früher Facebook Pixel) ist der Dienst mit der grössten Lücke zwischen dem, was Betreiber vermuten, und dem, was tatsächlich passiert. Es misst nicht bloss Klicks, es übermittelt Verhalten: welche Produkte jemand angeschaut hat, was im Warenkorb lag, was gekauft wurde.
In meinem Scan von 206 Schweizer KMU-Websites lief das Meta Pixel auf 6% der Seiten.
Was das Pixel überträgt
- Welche Seiten und Produkte jemand aufruft
- Warenkorb- und Kaufereignisse, oft samt Betrag
- Die IP-Adresse und Geräteinformationen
- Eine Kennung, mit der Meta die Person über Seiten hinweg wiedererkennt
Der letzte Punkt ist der entscheidende: Wenn deine Besucherin bei Facebook oder Instagram angemeldet ist, kann Meta das Verhalten auf deiner Seite mit ihrem Profil verknüpfen. Aus „jemand hat ein Produkt angeschaut“ wird „diese bestimmte Person hat es angeschaut“.
Das ist keine Randnotiz, das ist der Zweck des Werkzeugs. Und genau darum ist es deklarationspflichtig.
Was das revDSG verlangt
Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz stellt die Informationspflicht ins Zentrum: Du musst nachvollziehbar sagen, welche Personendaten du bearbeitest, zu welchem Zweck und wer sie sonst noch zu sehen bekommt. Geht ein Dienst ins Ausland, kommt die Auslandbekanntgabe dazu, du musst also auch das Zielland nennen.
Seit dem 15. September 2024 anerkennt die Schweiz die USA über das Swiss-U.S. Data Privacy Framework wieder als Land mit angemessenem Datenschutzniveau, allerdings nur für US-Unternehmen, die sich unter diesem Rahmen zertifiziert haben. Für zertifizierte Dienste braucht es keine zusätzlichen Garantien mehr, für nicht zertifizierte weiterhin schon. Die Pflicht, transparent zu informieren, bleibt in beiden Fällen bestehen. Genau die wird am häufigsten übersehen.
Was in deine Erklärung gehört
- Meta Pixel namentlich, mit Anbieter (Meta Platforms Ireland Ltd. beziehungsweise Meta Platforms Inc.)
- Der Zweck: Messung von Werbewirkung, Zielgruppenbildung, Wiederansprache
- Die Datenkategorien: Nutzungs- und Kaufverhalten, IP-Adresse, Gerätekennung
- Die Auslandbekanntgabe in die USA
- Der Hinweis auf die Profilbildung, wenn du Custom Audiences oder Retargeting nutzt
Einwilligung: hier wird es ernster als bei Analytics
Beim Meta Pixel geht es um Marketing und um Profile über verschiedene Anbieter hinweg. Das ist eingriffsintensiver als eine reine Reichweitenmessung. Wenn du EU-Kundschaft ansprichst, greift zusätzlich die DSGVO, und dort ist die Einwilligung vor dem Laden die klare Anforderung.
In meinem Scan liefen auf 26% der Seiten einwilligungspflichtige Dienste, ohne dass ich ein Cookie-Banner erkennen konnte. Das heisst nicht automatisch, dass keins existiert, mein Scanner sieht nicht alles. Ein Blick lohnt sich trotzdem.